Dienstag, 26. Juni 2012

Heuli-Tage.

Muss es auch geben. Ich. Seit gestern Abend, irgendwie. Ich weiß den Trigger, aber dazu kamen dann noch andere Dinge, die mich traurig machen. Heute immer noch, sehr nachdenklich, in mich gekehrt, würd mir am liebsten die Decke über den Kopf ziehen.

Noch besser wäre, wenn ich die Zeit zurück drehen könnte.

Auslöser war ein Post von -schon wieder, werden Sie sagen?- Frau Mutti. Über Ihr Erlebnis in einer alten, leerstehenden amerikanischen Kaserne. Die dazu gelieferten Fotos flashten mich in der Zeit um 15 Jahre zurück, in die Zeit, als mein bester Freund Dirk beim Wachdienst eben solche teilweise riesigen britischen Kasernen in 24h-Schichten bewachte. Oft hab ich ihn besucht, stundenlang, wir tranken Kaffee, stromerten wie die größten Entdecker durch leerstehenden Mannschaftswohnheime oder Offiziershäuser, gingen durch leerstehende Reithallen, Stallungen, Schwimmbäder- es war der helle Wahnsinn. So aufregend. So abenteuerlich. Ich kommentierte bei Frau Mutti, dass manchmal- wenn man die Augen schloss, man sich vorstellen konnte, wie dort das Leben war- und nun? Geisterstadt. Mit meinem anfreunde Dirk verbrachte ich dort Stunden. Wir quatschten so viel, und es war immer lustig und immer spannend. Diejenigen, die im anderen Blog lasen, mögen sich vielleicht erinnern, ich schrieb dort schon einmal über ihn- er ist dieses Jahr bereits 10 Jahre Tod. Ich denke so oft an ihn, er ist so lebendig in meiner Erinnerung, und er fehlt so sehr. Diese Bilder bei Frau Mutti, die haben soviel Erinnerung hochgeholt....es wird für was gut sein. Heute aber, da sitze ich erst mal auf dieser Bank an dieser Stelle, wo er sich das Leben nahm und frage mich wieder einmal, warum. Warum ich nicht da war.

Das der Herzmann immer mehr unter dem Mobbing seines Chefs leidet und sich immer mehr in sich zurück zieht, beobachte ich auch mit Schmerzen inm Bauch.

Das bald der Prinzessinnengeburtstag ist, und das Beste was mit einfällt ist, mich mit der Lieblingsgärtnerin zu verabreden um ein paar bunte, tolle Sachen auf ihrem Grab zu pflanzen, damit ich wenigstens den Vormittag rum kriege ohne ständig zu heulen; das macht mich auch traurig. Sie sollte hier sein, uns morgens voller Geschenke-Vorfreude strahlend begrüssen, so wie kleine 5-Jährige Mädchen das nun mal machen. Ich hätte ihr ein "Ich bin 5!"- T-Shirt angezogen, und sie würde ihre Kerzen auspusten und lachen. Ich kann sie fast hören, manchmal. Was würden wir ihr wohl schenken? Darüber denke ich nicht nach. Ich hätte ihr einen Geburtstagskuchen gebacken, und vielleicht etwas für den Kindergarten zum mitnehmen. Einen Kuchen werde ich nicht backen, der würde mir im Hals stecken bleiben. Dieses Jahr ist der Geburtstag an einem Donnerstag. Sie wurde an einem Donnerstag geboren, und an einem Donnerstag starb sie.

Wie gesagt. Wenn ich doch bloß die Zeit zurück drehen könnte.

Ich könnte sie nicht retten. Aber ich könnte sie nochmal in dem Arm nehmen, feste drücken, sagen das ich sie liebe.

Beide.

Heuli-Geschichten, die das Leben schreibt. 

1 Kommentar:

  1. Ach Mensch, ich würde so gerne für dich - für euch - die Zeit zurückdrehen, ich fühle deine Trauer so sehr in deinen Worten, und es tut mir so unendlich Leid !!!!!!!!!!!!!!!

    Frau Mena.

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